Die Armen Dienstmägde Jesu Christi in Nigeria
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Schwester Christeta Hess berichtete am Samstag, 01.08.2015 im Kloster Tiefenthal über die Arbeit der Armen Dienstmägde Jesu Christi (Dernbacher Schwestern) in Nigeria.

Uns erreicht folgender Brief, den wir gerne an dieser Stelle veröffentlichen:

"Liebe Gemeinde,

am Samstag und am Sonntag habe ich hier in Tiefenthal berichtet über meine Erfahrungen in Nigeria. Die gleiche Veranstaltung wird noch dreimal dieses Jahr stattfinden, am 24. September, am 28. Oktober und am 29. Dezember, jeweils ab 15.15 Uhr. Wenn da noch Interesse besteht, melden Sie sich doch bitte bei einer der Schwestern an. - Sie sind herzlich willkommen.

Gewiß erinnern sich viele von Ihnen, dass von 2002 an junge Nigerianerinnen zur Ordensausbildung in Kloster Tiefenthal waren. Mit einer von ihnen, Sr. Nkechi, bin ich im April 2006 nach Nigeria ausgereist. Der Erzbischof von Owerri im alten Biafra hatte uns gebeten, uns dort um die Straßenkinder zu kümmern. Es gab und gibt bisher keine deutsche Ordensgemeinschaft von Frauen in Nigeria.

Nach unserer Ankunft und Befragungen auf den Straßen dieser großen Stadt merkten wir bald, dass alle diese Kinder Eltern hatten - wohl arme Eltern, aber sie waren nicht allein und verlassen. Dagegen wurde uns gesagt, dass in einem Jugendgefängnis auch kleine Kinder seien, die als Findelkinder dorthin gesteckt worden waren. Das wurden unsere ersten Kinder. Wir haben mit der Zeit fünf dieser Kinder, drei behindert und unfähig zu sprechen, aus diesem Gefängnis geholt, die alle nur dort waren, weil sich niemand fand, der sie wollte. Für sie und für andere weggeworfene Kinder ein Kinderheim gegründet. Unsere nigerianischen Schwestern sorgen für sie.

Vieles in Nigeria erinnerte mich an die Berichte aus der Zeit der Gründung unserer Gemeinschaft in Deutschland: Armut, große Not auf dem Land, keine Bildung für Mädchen, wenig Gesundheitsfürsorge für Arme, Verlassenheit der Witwen und der Waisen. Dort ist es heute noch so, dazu kommt die Wassernot - Nigeria ist ja südlich der Sahara, und die Wüste wächst mit dem Klimawandel - und die Korruption des Staates. Es gibt keinen Strom, keine Wasserleitung, keine Infrastruktur. Die staatlichen Schulen sind oft unfertige, leere Gebäude. Private Schulen kosten viel Geld. Prüfungen werden verkauft, eine Ausbildung außerhalb der Universität gibt es nicht.

Ich habe im September 2006 die ersten Nigerianerinnen zur Ordensausbildung dort aufgenommen. Von 2008 an war Sr. Petricia auch bei mir, jeweils für kurze Zeit halfen uns zwei deutsche und zwei amerikanische Schwestern, aber auf Dauer waren wir beide mit den Afrikanerinnen. Alle, die in Tiefenthal ausgebildet wurden, kamen mit der Zeit nach Nigeria zurück.

Im August 2014 sind Sr. Petricia und ich ausgereist, denn für eine Weiße ist es allein zu schwer, und ich wurde krank und bin mit fast 80 Jahren auch nicht mehr tropenfest. So hatten wir die jungen Schwestern ganz bewusst vorbereitet auf die Selbständigkeit. Wir sind in engem Kontakt, ich mache die Öffentlichkeitsarbeit für sie hier, wir helfen mit Spenden, so viel wir können, denn der Staat und auch die Kirche dort helfen den Schwestern nicht in der Sorge für die Armen.

Wenn die Geschichte Sie mehr interessiert, schauen Sie doch mal in unsere homepage. Dort sind auch immer die neuesten Nachrichten. Und auf alle Anfragen antworte ich gerne per e-mail. Ich bin jetzt in Koblenz, also gar nicht so weit. Und ich freue mich über Ihr Interesse und Ihre Anteilnahme. In herzlichem Gedenken an die gute Zeit in Tiefenthal und Martinsthal (1989-1992 und 2002-2006).

Ihre Sr. Christeta Hess ADJC"

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Stichwort: Nigeria